Nathalie, das Kerngeschäft von Transa ist der Verkauf von Sport- und Outdoorartikeln. Trotzdem lautet euer Credo: Reparieren vor neu kaufen. Wie kommt’s?
Schon bei der Eröffnung der ersten Filiale 1980 gehörte eine Nähmaschine zum Inventar. Reparaturen und die Verlängerung von Produktkreisläufen waren von Anfang an Teil unserer DNA. Wir wollen nachhaltiges Wirtschaften fördern und die Möglichkeit zu reparieren, ist eine Antwort darauf.
Neben der Funktionalität ist auch das Design essenziel für die Langlebigkeit.
Produkte sollen also möglichst lange im Kreislauf bleiben. Was beinhaltet das alles?
Das umfasst einerseits die Materialeigenschaft, andererseits ist auch die emotionale Langlebigkeit ein wichtiger Faktor. Wir nehmen deshalb nicht nur funktionale Reparaturen vor, sondern ändern auf Wunsch auch das Design. Kund:innen können ein Kleidungsstück individuell anpassen lassen; so wird zum Beispiel eine ausrangierte Jacke zum Unikat. Das stärkt die Beziehung zwischen Mensch und Produkt, und trägt letztlich zu einem verlängerten Produktkreislauf bei.
Was gehört sonst noch zu eurem Angebot?
Der Schwerpunkt unserer Arbeit liegt sicher in der Reparatur von Outdoorbekleidung, Zelten und Rucksäcken. Wir finden aber für fast alles eine Lösung. Dabei reparieren wir auch Outdoor-Ausrüstung, die nicht bei uns gekauft wurde und von Marken, die wir nicht im Sortiment führen. Zudem bieten wir auch einen Wasch- und Imprägnier-Service an, zum Beispiel für Daunenschlafsäcke oder Regenjacken – auch die richtige Pflege verlängert die Lebensdauer eines Produktes.
Nathalie Schertenleib leitet das Team Repair & Care bei Transa.
Wie ist es für euch, an diesem historischen Ort zu arbeiten?
Aus Alt wird Neu, dafür steht die Werkstadt und wir sind mit unserem Konzept mittendrin. Die Atmosphäre hier ist einzigartig und wir fügen uns gut in den Mikrokosmos auf dem Areal ein. Zudem wird unser Tun in diesem Umfeld noch sichtbarer – das ist toll.
Wie ist die Zusammenarbeit mit anderen Werkstädter:innen?
Kultur, Design, Produktion und Handwerk kommen hier zusammen, und alle bringen ihre eigene Facette mit. Wir verfolgen alle eine gemeinsame Vision, das verbindet. Am Tag der offenen Tür haben wir zum Beispiel mit boesner gemeinsame Sache gemacht. Bei uns konnte man eine Tasche nähen und anschliessend bei ihnen bedrucken. Auch in Zukunft möchten wir bei solchen Gelegenheiten wieder mit anderen Werkstädter:innen zusammenspannen.
Rund 15 Mitarbeiter:innen arbeiten bei Transa Repair & Care in der Werkstadt Zürich sowie in den Verkaufsfilialen Zürich Europaallee und in der Markthalle Bern.
Von Bekleidungsgestalter:innen über Innendekorateur:innen und Industriedesigner:innen: Bei Repair & Care sind unterschiedliche Skills vertreten.
Zum Abschluss: Wie sieht die Zukunft der Werkstadt durch deine Linse aus?
Das Areal entwickelt sich weiter und wird Schritt für Schritt zu einem lebhaften Ort. Ich wünsche mir, dass die Werte, für die wir bei Transa und in der Werkstadt stehen, überall im Konsum zum neuen «Normal» werden.